18.11. Warum wird DIE LINKE trotz großer Zustimmung zu vielen Programmpunkten nicht gewählt?

Reinhard (reinhard_eu) on 18.11.2018

Immer wieder fragen sich Mitglieder der LINKEn und politisch engagierte Bürger, warum DIE LINKE die breite Zustimmung zu vielen ihrer Programmpunkte und die massiven Stimmenverluste der SPD nicht in Stimmen an der Wahlurne umsetzen kann. Hier meine private Analyse dazu:

Es braucht keine wissenschaftliche Studie, um die Diskrepanz zwischen Zustimmung zum Wahlprogramm und anderem Stimmverhalten zu erklären. Die Ursachen sind bekannt.

1) Angst vor Veränderung liegt in der Natur der Menschen. Allen anderen Parteien wollen Missstände im bestehenden System verbessern, wir wollen verändern.

2) Rote Socken. Immer wieder wird die Angst vor Sozialismus und Kommunismus geschürt. Die bisherigen sozialistischen und kommunistischen Systeme sind gescheitert. Es gibt kein positives erfolgreiches Vorbild für unser Ziel. Das verstärkt die Ängste vor unserer Partei.

3) Verlorene Stimmen. Wenn nicht sicher ist, ob DIE LINKE an der 5 % Hürde scheitert oder nicht, wird die Stimme eher einer Partei gegeben, die sicher ins Parlament einzieht und ein ähnliches Programm hat (kleineres Übel) als dass die Stimme verloren geht.

4) Medienpräsenz. DIE LINKE und ihr Programm ist nicht so in den Medien präsent, wie alle anderen Parteien. Herausragendes Beispiel die AfD: Dank großzügiger Spenden konnte die AfD in den Medien und mit Plakaten, Flyern und großflächig verteilten Wahlzeitungen besonders präsent sein. Dies wurde von den verschiedenen Talk-Shows im Fernsehen noch zusätzlich gefördert. Außerdem setzt unsere Partei weniger auf prominente Personen als andere Parteien. Für DIE LINKE soll eher das Programm als einzelne Personen sprechen.

5) Geringe Zahl aktiver Mitglieder. Beispiel Bayern. DIE LINKE hat deutlich weniger Mitglieder als z.B. die Grünen in Bayern. Dementsprechend ist die Präsenz auf dem Lande auch deutlich geringer.

6) Kein einheitliches Bild. Die Partei gibt zur Zeit kein einheitliches Bild in der Öffentlichkeit ab. SPD und Grüne haben ihre linken Flügel so klein gestutzt, dass sie nun jede abweichende Meinung innerhalb der Partei unter den Teppich kehren können. DIE LINKE präsentiert sich mit unterschiedlichen Aussagen zu verschiedenen Themen. Das verunsichert den Wähler. Außerdem zeigt die reale Politik in den verschiedenen Landesregierungen, wie wenig linke Programmpunkte im Alltag durchgesetzt werden und statt dessen der Regierungsbeteiligung geopfert werden. Den Grünen in NRW hat ihre Zustimmung zur Rodung des Hambacher Forst vor zwei Jahren nicht geschadet, den LINKEn wird so ein Verhalten gleich auf das Butterbrot geschmiert.

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Comments

18.11.2018

Stephan Kober

Das ist alles richtig. Dennoch ist es meiner Meinung nach erforderlich mal eine repräsentative Umfrage unter den Fortschrittlichen Kräften zu machen. Nur dann kann man sinnvoll reagieren!

19.11.2018

Reinhard Muth

Was wir eher brauchen ist ein Konzept, wie diese Blockaden geknackt werden können. Woher das Geld nehen und nicht stehlen? Woher die Mitglieder nehmen?

21.11.2018

Stephan

Sind es genau diese Blockaden? Wie stark? Welche Altersgruppen? Welches soziale Milieu? Das muß auf den Tisch und analysiert werden! Und Schon sind wir einer Meinung!
1. Erst Budget festlegen für Umfrage und Konzept!
2. dann die repräsentative Umfrage unter unter den fortschrittlichen Kräften was die "Blockaden" sind!
3. Dann die Analyse dieser Umfrage und
4. schließlich ein Konzept mit Budget, wie diese Blockaden geknackt werden können!

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